Volt Berlin

Kapitel 4 | Abschnitt 3

Der Bildungsstand einer Person in Deutschland hängt stark von der sozialen und kulturellen Herkunft ab. Gute Sprachkenntnisse sind wichtig für den Erwerb weiterer Fähigkeiten. Aktuelle Integrationsmodelle sind noch nicht ausreichend ausgewertet, wie zum Beispiel die Willkommensklassen für geflüchtete Kinder.

Die Organisation des Unterrichts soll verbessert werden. Weiterhin möchten wir die Umwandlung des Berliner Leitfadens[1] zu einem verbindlichen Curriculum in Willkommensklassen vorantreiben.

Zudem erscheint uns die Trennung der migrierten und nicht-migrierten Kinder und der unkoordinierte, langsame Übergang von Willkommensklassen zu anderen Klassen nicht förderlich.[2]
Zusätzlich hängt der Bildungserfolg immer noch vom familiären Hintergrund eines Kindes ab. Das führt dazu, dass Kinder aus Haushalten ohne akademische Laufbahnen seltener Abitur machen und ein Studium aufnehmen.

Volt ist überzeugt, dass der kulturelle, sprachliche, religiöse, soziale und wirtschaftliche Hintergrund eines Kindes nicht den Bildungserfolg vorbestimmen darf. Jede Person soll die Möglichkeit haben sich frei zu entfalten – in der Schule, in der Ausbildung, im Studium oder im Beruf.

Deswegen werden wir folgende Maßnahmen umsetzen:

  • die Erarbeitung eines verbindlichen und evidenzbasierten Curriculums für Willkommensklassen[3]
  • die spezielle Sprachförderung von Kindern aus nicht-deutschsprachigen Haushalten in Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten.
  • die weiterführende Unterstützung durch Logopäd*innen und Sprachlehrkräfte beim Übergang von Willkommensklassen zu anderen Klassen
  • die Mitarbeit von Sozialarbeiter*innen, Psychiater*innen und Psycholog*innen an Schulen und KiTas
  • Förderung einer erfolgreichen Integration durch frühzeitiges gemeinsames Lernen und Teilhabe am Schulalltag von migrierten und nicht-migrierten Kindern. Gute Möglichkeiten stellen Bundesjugendspiele, Projekttage oder Festivitäten dar.
  • individuelles Lernen in Schulen und KiTas, welches auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht
  • mehr Austausch über Religion, Diskriminierung, Kultur und Vielfalt im Schulalltag

Professionelle Förderung individueller Bedürfnisse

Viele Kinder lernen erfolgreicher in speziellen Förderschulen, da dort die Betreuung und das Lernen auf die Bedürfnisse eingestellt sind. Dadurch ergibt sich jedoch, dass Kinder mit und ohne speziellen Förderbedarf im Alltag seltener in Kontakt kommen, was zu weniger Verständnis für Diversität in unserer Gesellschaft führen kann.

Um auch an Regelschulen Inklusion gelingen zu lassen, ergreifen wir folgende Maßnahmen:

  • die Förderung multiprofessioneller Teams aus Sozialpädagog*innen, Schulbegleiter*innen und Lehrkräften zur besseren Unterstützung flexibler Unterrichtssysteme für Kinder mit speziellem Förderbedarf und/oder Be_hinderung
  • die Erhöhung der Sichtbarkeit der SIBUZ (Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentren)
  • verbindliche Schaffung eines*einer Inklusionsbeauftragten an jeder Bildungseinrichtung
  • bessere Vernetzung der schulpsychologischen und beratenden Einrichtungen und Schulen (auch mit Unterstützung des*der Integrationsbeauftragten)

Fußnoten

Fußnoten
1 Vgl. Leitfaden zur Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in die Kindertagesförderung und die Schule, in: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, 07.12.2018, [online] https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/faecher/sprachen/deutsch_als_Zweitsprache/Leitfaden_zur_Integration_Stand_07.12.18.pdf [20.02.2021].
2 Vgl. Forschungsbericht „Solidarität im Wandel?“, in: Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung, 2017, [online] https://www.bim-fluchtcluster.hu-berlin.de/de/fluchtcluster-1 [23.11.2020].
3 Vgl. Forderungen des Arbeitskreises Junge Flüchtlinge des Flüchtlingsrats Berlin an die bildungspolitischen Sprecher*innen der Berliner Regierungsfraktionen, in: Flüchtlingsrat Berlin e.V., 06.06.2019, [online] https://fluechtlingsrat-berlin.de/wp-content/uploads/forderungen-des-akjf_6_6_19.pdf [20.02.2021].